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Infos über den Konjunkturtest

Termine

Konjunkturtest (monatlich)
  • 08.01.2018, 14:00
  • 30.01.2018, 14:00
  • 27.02.2018, 14:00
  • 27.03.2018, 14:00

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Aktueller Konjunkturtest
Aktueller Investitionstest

Der WIFO Investitions- und Konjunkturtest ist Teil der harmonisierten Konjunkturumfragen der EU.

Methodenbeschreibung des WIFO Konjunkturtests

Konjunkturtest

Einleitung

Die frühzeitige Kenntnis des Konjunkturverlaufes - speziell der Konjunkturwendepunkte - ist eine wichtige Grundlage wirtschaftspolitischer und unternehmerischer Entscheidungen. Zur zeitnahen Bestimmung der Entwicklung sind hochwertige gleichlaufende oder - besser noch - vorlaufende Konjunkturindikatoren erforderlich (Frühindikatoren). Für Österreich liefert der WIFO-Konjunkturtest ein solches System von Frühindikatoren.

Der WIFO-Konjunkturtest ist eine monatliche Befragung österreichischer Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage und deren Entwicklung in den nächsten Monaten. Ziel ist es, mit möglichst geringem Aufwand für die Befragten die aktuelle und bevorstehende Entwicklung der österreichischen Wirtschaft zu erfassen. Die Ergebnisse werden zwölfmal pro Jahr jeweils vor dem Ende des Monats der Erhebung veröffentlicht. Sie liegen damit wesentlich früher vor als Daten der amtlichen Konjunkturstatistik. So sind die Ergebnisse des Konjunkturtests für einen bestimmten Monat rund zwei Monate vor der Veröffentlichung des vorläufigen Wertes und rund drei Monate vor der Publikation des ersten Wertes des Produktionsindex verfügbar.

Heute nehmen pro Monat rund 1.600 Unternehmen mit mehr als 200.000 Beschäftigten freiwillig am WIFO-Konjunkturtest teil. An dieser Stelle sei den Unternehmen gedankt, ohne ihre Mitwirkung wäre der WIFO-Konjunkturtest nicht möglich.

Geschichte

Konjunkturbefragungen wie der WIFO-Konjunkturtest werden heute in vielen Ländern durchgeführt. In Österreich führte das WIFO den Konjunkturtest schon 1954 ein. Unmittelbares Vorbild war der Konjunkturtest des ifo in München, der seit 1949 fixer Bestandteil der deutschen Wirtschaftsforschung und Grundlage des seit 1971 publizierten ifo-Geschäftsklimaindex ist. Der WIFO-Konjunkturtest wurde 1963 umgestellt und vereinfacht. Statt monatlich wurde er nunmehr quartalsweise erhoben, und das Fragenprogramm wurde eingeschränkt. In dieser Form wurde der WIFO-Konjunkturtest mit kleineren Änderungen bis 1996 durchgeführt.

Seit 1996 nimmt das WIFO am "Joint Harmonised EU Programme of Business und Consumer Surveys" der Generaldirektion für Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Kommission teil, welches Konjunkturbefragungen im gesamten EU-Raum und teilweise darüber hinaus koordiniert. Dies erforderte Modifikationen, die den WIFO-Konjunkturtest erheblich veränderten:

  • Das Fragenprogramm wurde erweitert. Auch in Österreich wird seit 1996 der europaweit harmonisierte Fragenkatalog umgesetzt
  • Die Frequenz der Befragung wurde von einem vierteljährlichen (wieder) auf einen monatlichen Rhythmus umgestellt. Seither wird, wie im harmonisierten Programm vorgesehen, jeden dritten Monat (Jänner, April, Juli und Oktober) eine Befragung mit zum Teil erheblich erweitertem Fragenumfang durchgeführt ("Quartalsbefragungen").

Der WIFO-Konjunkturtest wurde auf weitere Sektoren ausgedehnt. Neben der Sachgütererzeugung und dem Bauwesen wird seit 1996 auch ein wichtiger Teil des Dienstleistungssektors erfasst. Der Einzelhandel ist ebenfalls Teil des Joint Harmonised EU Programme of Business and Consumer Surveys. In Österreich erhebt diesen die KMU Forschung Austria (KMFA) im Auftrag des WIFO als Bestandteil ihrer eigenständigen monatlichen Befragung im Einzelhandel.

Das Befragungskonzept

Die Kernidee des WIFO-Konjunkturtests und vergleichbaren Konjunkturbefragungen besteht darin, durch Fragen, die von den Unternehmen möglichst schnell und einfach zu beantworten sind, zuverlässige und theoretisch fundierte Indikatoren zum Konjunkturverlauf zu erhalten. Die Einfachheit des Erhebungsdesigns hält die Belastung der teilnehmenden Unternehmen gering: Ein Fragebogen sollte von einer geübten Person in weniger als 5 Minuten beantwortet werden können.

 

Der WIFO-Konjunkturtest ist weitgehend qualitativ, d.h. es werden (außer in zwei Quartalsfragen sowie der Beschäftigtenzahl) keine numerischen Angaben erfragt. Für die Antworten werden drei qualitative Optionen angeboten (z.B. gut–befriedigend–schlecht oder besser–gleich–schlechter). Die Fragebogen enthalten keine Definitionen, sondern verwenden gut bekannte Konzepte wie "Zahl der Beschäftigten", ohne genau zu definieren was unter "Beschäftigten" zu verstehen ist (Vollzeit-, Teilzeitstellen, Zeitarbeit). Dieses Konzept durchdringt den gesamten WIFO-Konjunkturtest und erlaubt - anders als die amtliche Statistik, die notwendigerweise quantitative Daten erhebt - nicht nur eine schnelle Beantwortung, sondern auch eine schnelle Berechnung der Indikatoren und somit zeitnahe Analysen der Wirtschaftsentwicklung.

Die Indizes des WIFO-Konjunkturtests

Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests werden u. a. als monatliche Indizes veröffentlicht (auf www.konjunkturtest.at sowie als WIFO-Publikation). Sie sind für die einzelnen Sektoren und Subsektoren sowie für die Gesamtwirtschaft verfügbar. Die Indizes fassen die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests in wenigen Zahlen zusammen. Die Vorgangsweise bei der Indexbildung steht in der Tradition anderer bekannter und zuverlässiger Indikatoren wie des ifo-Geschäftsklimaindex oder der Vertrauensindikatoren der Europäischen Kommission, die aus den europaweit harmonisierten Konjunkturbefragungen (u. a. auch dem WIFO-Konjunkturtest) ermittelt werden.

Das Konzept des WIFO unterscheidet sich von den Konzepten der genannten Indikatoren des ifo und der Europäischen Kommission in einigen Elementen. Der Geschäftsklimaindex des ifo wird aus zwei Fragen gebildet, die gleichförmig über alle Branchen hinweg gestellt werden. Die Salden der Geschäftslage und der Geschäftslageerwartungen werden im ifo-Geschäftsklimaindex (geometrisch) gemittelt, daneben aber auch getrennt analysiert und dargestellt. Die Europäische Kommission errechnet Vertrauensindikatoren (Confidence Indicators) auf der Sektorebene (Sachgüterproduktion, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen) aus jeweils zwei bis drei Einzelindikatoren, die für die EU insgesamt gute Gleich- und Vorlaufeigenschaften aufweisen.

Das WIFO verfolgt eine Kombination beider Ansätze: Im Gegensatz zum Vertrauensindikator der EU und in Anlehnung an das Konzept des ifo wird zwischen Erwartungen und Einschätzungen unterschieden, aber im Gegensatz zum Konzept des ifo-Geschäftsklimaindex auf eine möglichst große Zahl an Einzelindikatoren zur Indexbildung zurückgegriffen. Durch die Aggregation unterschiedlicher Indikatoren werden reihenspezifische Fehler unterdrückt, allerdings werden dadurch unter Umständen auch die Vorlaufeigenschaften nivelliert.

Die Indizes des WIFO-Konjunkturtests werden monatlich auf Sektorebene für die Sachgütererzeugung, die Bauwirtschaft und die Dienstleistungen ermittelt. Aus diesen Sektorindizes werden die "gesamtwirtschaftlichen Indizes" errechnet, wobei die einzelnen Sektorindizes anhand der Bruttowertschöpfung des jeweiligen Sektors gewichtet werden.

Da die im WIFO-Konjunkturtest verwendeten Fragebogen an die spezifischen Gegebenheiten der erhobenen Sektoren (Sachgütererzeugung, Bauwirtschaft, Dienstleistungssektor, Einzelhandel) angepasst sind, unterscheiden sich auch die Fragen, die in die Indizes eingehen. Dadurch wird zwar die Vergleichbarkeit zwischen den Sektoren etwas eingeschränkt, allerdings wird durch die Nutzung aller für den jeweiligen Sektor zur Verfügung stehenden Fragen die größtmögliche Informationsmenge verarbeitet.

Der WIFO Konjunkturklimaindex

Der zusammenfassende WIFO-Konjunkturklimaindex aggregiert als arithmetisches Mittel zwei Teilindizes, die getrennt ausgewiesen werden:

Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen basiert auf den monatlichen Erhebungen zur aktuellen Lage und zur Entwicklung in den letzten drei Monaten. Er ist als gleichlaufender Index konzipiert, der allein durch die frühe Verfügbarkeit (rund 2 Monate vor den aktuellen Daten der amtlichen Statistik) einen mittelbaren Vorlauf gegenüber der offiziellen Konjunkturstatistik aufweist. Er wird aus der Einschätzung der Unternehmen zu folgenden Größen ermittelt:

• Sachgütererzeugung: Auftragsbestände, Auslandsauftragsbestände, Fertigwarenlager, Entwicklung der Produktion in den letzten drei Monaten

• Bauwirtschaft: Auftragsbestände, Entwicklung der Bautätigkeit in den letzten drei Monaten

• Dienstleistungen: Auftragsbestände, Entwicklung der Geschäftslage in den letzten drei  Monaten, Entwicklung der Nachfrage in den letzten drei Monaten, Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in den letzten drei Monaten.

Der Index der unternehmerischen Erwartungen fasst jene monatlichen Fragen zusammen, die sich auf die Entwicklung in den Folgemonaten der Erhebung beziehen. Er ist als vorlaufender Indikator konzipiert und basiert auf der Einschätzung der Unternehmen zu folgenden Größen:

• Sachgütererzeugung: Entwicklung der Produktion in den nächsten drei Monaten, Entwicklung der eigenen Geschäftslage für die kommenden sechs Monaten, Entwicklung des Beschäftigtenstandes in den kommenden drei Monaten

• Bauwirtschaft: Entwicklung des Beschäftigtenstandes in den kommenden drei Monaten, Entwicklung der Baupreise in den kommenden drei Monaten

• Dienstleistungen: Entwicklung der Nachfrage in den kommenden drei Monaten, Entwicklung des Beschäftigtenstandes in den kommenden drei Monaten, Entwicklung der eigenen Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten

Unsere Produktion wird in den nächsten 3 Monaten ...

  • steigen
  • etwa gleich bleiben
  • sinken

Im Zuge der Auswertung werden so genannte Salden ermittelt. Das heißt, vom Anteil der positiven Antworten auf eine Frage wird der Anteil der negativen Antworten abgezogen. Antworten von 1000 Unternehmen der Sachgütererzeugung auf die - oben dargestellte - Frage zu ihren Produktionserwartungen 300 Unternehmen, diese werden „steigen“, 500 gehen davon aus, dass die Produktionstätigkeit „etwa gleich bleiben“ wird, und 200 glauben ihre Produktion werde „fallen“, so ergibt dies einen Saldo von +10%-Punkten (30% - 20% = 10%-Punkte). In der Praxis zeigen die so ermittelten Salden eine hohe Korrelation mit den tatsächlichen Wachstumsraten des von Statistik Austria ermittelten Produktionsindex.

Es bestehen jedoch Ausnahmen vom Auswertungskonzept der Salden. In erster Linie betrifft dies Fragen, die nicht dem allgemeinen dreistufigen Fragenkonzept des Konjunkturtests folgen (z. B. die Kapazitätsauslastung), aber auch die Auftragsbestände werden nicht mehr nach dem Saldenkonzept ausgewiesen, da dies bei vielen Nutzern der Konjunkturtest-Ergebnisse für Verwirrung gesorgt hat:

• Auftragsbestände: Anteil der Unternehmen mit ausreichenden oder mehr als ausreichenden Auftragsbeständen

• Kapazitätsauslastung: arithmetisches Mittel der Kapazitätsauslastungen in Prozent

• gesicherte Produktionsdauer: arithmetisches Mittel der gesicherten Produktionsdauer in Monaten

• primäre Behinderung der Produktions-, Bau- bzw. Geschäftstätigkeit: Anteil der Unternehmen, die eine spezifische Behinderung melden

• Index der unternehmerischen Unsicherheit: 0 bis 100 Indexpunkte, 0 = geringste messbare Unsicherheit, 100 = maximale messbare Unsicherheit

Saisonbereinigung

Eine weitere Eigenheit stellen so genannte "Saisoneffekte" dar. Dabei handelt es sich um Muster in den Ergebnissen des Konjunkturtest, die in einem jährlichen Rhythmus auftreten. So gehen die Produktionserwartungen der Unternehmen jedes Jahr im Herbst zurück, um sich gegen Jahresende wieder zu erholen. Da es sich dabei nicht um konjunkturbedingte Schwankungen handelt, werden diese mittels Verfahren zur Saisonbereinigung "herausgerechnet". Wir verwenden für den WIFO-Konjunkturtest - wie auch die Europäische Kommission - "Dainties".