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Mai 2017: Wirtschaftsklima gibt in der Eurozone und EU-weit nach

Nach dem starken Anstieg vom April gibt im Mai der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, sowohl in der Eurozone mit 109,2 Punkten (-0,5 Punkte) und EU-weit mit 109,7 Punkten (-1,0 Punkte) nach.

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Der Rückgang des ESI in der Eurozone resultiert aus einer Verschlechterung der Vertrauensindikatoren im Dienstleistungsbereich und im Einzelhandel, während das Verbrauchervertrauen und der Vertrauensindikator der Bauwirtschaft sowie der Sachgütererzeugung auf hohem Niveau stabil bleiben.

In den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI in Frankreich stark (+1,5 Punkte) und in Spanien leicht (+0,5 Punkte), während er in Italien (-0,9 Punkte) und merklicher in Deutschland (-1,5 Punkte) und den Niederlanden (-2,1 Punkte) sinkt.

Die stabile Entwicklung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung (+0,2 Punkte) ist auf optimistischere Produktionsaussichten und eine verbesserte Beurteilung der Auftragsbestände zurückzuführen, die zum Teil durch eine schlechtere Einschätzung der Fertigwarenlager ausgeglichen werden. Die deutlich negativere Beurteilung der rezenten Produktionsentwicklung wird von einer leicht verbesserten Einschätzung der Exportaufträge begleitet. Die beiden letztgenannten Fragen werden aber in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Das Sinken des Vertrauensindikators im Dienstleistungsbereich (-1,2 Punkte gegenüber April) ist auf einen deutlichen Rückgang aller seiner Komponenten zurückzuführen (der Beurteilung der Nachfrageerwartungen und der Einschätzung der rezenten Nachfrage- und Geschäftslageentwicklung).

Der Indikator des Verbrauchervertrauens bleibt im Mai robust (+0,3 Punkte). Unveränderte Erwartungen zur Möglichkeit zur Ersparnisbildung und zur künftigen Entwicklung der Finanzlage der Haushalte werden durch eine positivere Einschätzung zur generellen wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur künftigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit begleitet.

Im Einzelhandel gibt der Vertrauensindikator mit einem Minus von 1,1 Punkten im Mai nach. Ursache ist eine negativere Einschätzung der rezenten und der künftigen Geschäftslage. Die gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert gebliebene Beurteilung der Angemessenheit der Lagerbestände kann hier nicht entgegenwirken.

Der Vertrauensindikator des Bauwesens hält sich stabil (+0,3 gegenüber April). Hier kommen höhere Beschäftigungspläne für die kommenden Monate zum Tragen, wenngleich die Auftragslage weniger gut beurteilt wird als noch im Vormonat.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, gibt im Mai um 0,9 Punkte nach, getrieben durch eine schlechtere Beurteilung all seiner Komponenten (der rezenten Nachfrage- und Geschäftslageentwicklung sowie der Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate).

Die Beschäftigungspläne werden im Bauwesen stark nach oben revidiert und bleiben in der Sachgütererzeugung unverändert, während sie im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich nachgeben. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise gibt in allen erfassten Wirtschaftsbereichen mit Ausnahme der Sachgütererzeugung nach, wo sie weitestgehend unverändert bleiben. Auch die Preiserwartungen der Verbraucher geben im Mai nach.

EU-weite Entwicklungen

Der stärkere Rückgang des ESI in der Gesamt-EU (-1,0 Punkte) verglichen mit der Eurozone gründet auf einem merklichen Rückgang des ESI im Vereinigten Königreich (-2,3), der größten EU-Volkswirtschaft außerhalb der Eurozone, der durch einen leichteren Rückgang in Polen (-0,9 Punkte) begleitet wird. Auf sektoraler Ebene verlaufen die Entwicklungen im Mai außerhalb der Eurozone weitgehend im Einklang mit jenen in der Eurozone. Die Vertrauensindikatoren in der Sachgütererzeugung und das Verbrauchervertrauen bleiben weitgehend stabil. Unterschiede gibt es im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich, wo der Vertrauensindikator stärker als in der Eurozone nachgibt. Im Bauwesen ist im Vergleich zur Eurozone EU-weit ein Rückgang zu beobachten. Trotzdem gibt der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister EU-weit im Vergleich zur Eurozone nur leicht nach.

Die Beschäftigungspläne unterscheiden sich EU-weit von jenen in der Eurozone insofern, als sie in der Sachgütererzeugung stärker zulegen und im Dienstleistungsbereich sowie im Einzelhandel schwächer ausgeprägt nachgeben. Im Kontrast zur Eurozone verschlechtern sich die Beschäftigungspläne EU-weit in der Bauwirtschaft.

Während mit einem Rückgang der Preiserwartungen im Dienstleistungsbereich, im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft so wie in der Eurozone gerechnet wurde, wurde ebenso ein Rückgang der Preise in der Sachgütererzeugung erwartet. Die Preiserwartungen der Verbraucher fallen EU-weit unmerklich.