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September 2017: Wirtschaftsklima verbessert sich weiter in der Eurozone und EU-weit

Im September setzt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, sowohl in der Eurozone mit 113,0 Punkten (+1,1 Punkte) als auch EU-weit mit 113,0 Punkten (+1,1 Punkte) seinen seit Herbst letzten Jahres andauernden Aufwärtstrend fort und hebt damit den Index auf einen Stand der zuletzt im Sommer 2007 beobachtet wurde.

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Das Anziehen des ESI in der Eurozone resultiert aus einer merklichen Verbesserung der Vertrauensindikatoren in der Sachgütererzeugung, im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft. Unter den Verbrauchern und im Dienstleistungsbereich bleiben die Vertrauensindikatoren dagegen nahezu unverändert.

Der ESI steigt in allen der fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone. Am stärksten in den Niederlanden (+1,9 Punkte) und in Italien (+1,8 Punkte), gefolgt von Spanien (+0,6 Punkte), Deutschland (+0,5 Punkte) und Frankreich (+0,4 Punkte).

Die positive Entwicklung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung (+1,6 Punkte) ist auf optimistischere Produktionsaussichten und eine verbesserte Beurteilung der Auftragsbestände zurückzuführen, wohingegen die Beurteilung der Fertigwarenlager unverändert bleibt. Die deutlich positivere Beurteilung der rezenten Produktionsentwicklung wird von einer ebenso positiven Einschätzung der Exportaufträge begleitet. Die beiden letztgenannten Fragen werden aber in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Die flache Entwicklung des Vertrauensindikators im Dienstleistungsbereich (+0,2 Punkte gegenüber September) ist auf verbesserte Einschätzungen der rezenten Nachfrageentwicklungen zurückzuführen, die durch verschlechterte Beurteilungen der Nachfrageerwartungen ausgeglichen werden, während die Einschätzungen zu der rezenten Geschäftslageentwicklung unverändert bleiben.

Der Indikator des Verbrauchervertrauens (+0,3 Punkte) bleibt im September zum dritten Monat in Folge nahezu unverändert und somit weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Optimistischere Beurteilungen der generellen wirtschaftlichen Entwicklung und der Möglichkeit zur Ersparnisbildung treffen auf pessimistischere Einschätzungen der künftigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit und zu einem geringeren Grad der künftigen Entwicklung der Finanzlage der Haushalte.

Im Einzelhandel steigt der Vertrauensindikator im September merklich (+1,4 Punkte). Ursache ist eine optimistischere Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage, der Angemessenheit der Lagerbestände und - im Speziellen - der künftigen Geschäftslage.

Der Vertrauensindikator der Bauwirtschaft steigt (+1,6 Punkte gegenüber August) deutlich. Hier kommen nach oben revidierte Beschäftigungspläne für die kommenden Monate, sowie eine positivere Einschätzung der Auftragslage zum Tragen.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, sinkt im Gegensatz zu den anderen Wirtschaftsbereichen im September um 6,8 Punkte, getrieben durch eine deutlich schlechtere Beurteilung der rezenten Nachfrage- und Geschäftslageentwicklung, die nur unmerklich durch eine etwas verbesserte Beurteilung der Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate ausgeglichen werden kann.

Die Beschäftigungspläne bleiben in der Sachgütererzeugung, im Dienstleistungsbereich und im Einzelhandel nahezu unverändert, während sie in der Bauwirtschaft nach oben korrigiert werden.

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise legt in allen betrachteten Wirtschaftsbereichen zu. Die Preiserwartungen der Verbraucher steigen im September ebenso.

EU-weite Entwicklungen

Das Ergebnis des ESI in der Gesamt-EU (+1,1 Punkte) verläuft parallel zu den Entwicklungen in der Eurozone und notiert auf einem gleichbleibenden Stand bei 113,0 Punkten.), Unter den beiden größten EU-Volkswirtschaften außerhalb der Eurozone legt der ESI in Polen deutlich zu (+2,1 Punkte) und sinkt unmerklich im Vereinigten Königreich (-0,4).

Auf sektoraler Ebene verlaufen die Entwicklungen im September weitestgehend parallel zur Eurozone mit der Ausnahme von einem leichten Sinken des Vertrauensindikators im Dienstleistungsbereich und leicht besseren Einschätzungen der Verbraucher.

Im Einklang mit der Eurozone werden die Beschäftigungspläne entweder nach oben revidiert (Bauwirtschaft) oder unverändert eingeschätzt (Sachgütererzeugung, Einzelhandel) Lediglich die Beschäftigungspläne im Dienstleistungsbereich unterscheiden sich EU-weit von jenen in der Eurozone insofern, als sie EU-weit nach unten korrigiert werden. Die Entwicklung der Preiserwartungen verläuft parallel zur Eurozone nach oben.