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November 2017: Wirtschaftsklima verbessert sich weiter in der Eurozone und bleibt EU-weit stabil

Im November steigt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, für die Eurozone erneut und bleibt EU-weit stabil. In der Eurozone notiert der ESI bei 114,6 Punkten (+0,5 Punkte) und EU-weit bei 114,3 Punkten (+0,1 Punkte) und verzeichnet somit den höchsten Stand seit Oktober 2000 (Eurozone) bzw. seit Juni 2007 (EU).

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Der Anstieg des ESI in der Eurozone resultiert aus einer Verbesserung der Vertrauensindikatoren in der Bauwirtschaft und unter den Verbrauchern, die teilweise durch Verschlechterungen im Einzelhandel ausgewogen werden, während die Vertrauensindikatoren in der Sachgütererzeugung und im Dienstleistungsbereich weitgehend unverändert bleiben.

In den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI: stark in Frankreich (+1,9 Punkte) und zu einem geringerem Maß in den Niederlanden (+0,8 Punkte) und in Spanien (+0,6 Punkte), während er in Italien (+0,2 Punkte) und Deutschland  (-0,1 Punkte) nahezu unverändert bleibt.

Die flache Entwicklung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung (+0,2 Punkte) ist auf die stabile Einschätzungen der Auftragsbestände und der Fertigwarenlager zurückzuführen, während sich die Beurteilung der Produktionsaussichten im Gegensatz dazu leicht verbessert. Die Beurteilung der rezenten Produktionsentwicklung fällt ebenso wie die  Einschätzung der Exportaufträge deutlich besser als im Vormonat aus. Die beiden letztgenannten Fragen werden aber in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Im Dienstleistungsbereich bleibt der Vertrauensindikator nahezu unverändert (+0,1 Punkte gegenüber Oktober). Dies ist auf eine positivere Beurteilung der Nachfrageerwartungen zurückzuführen, die von weniger optimistischen Beurteilungen der rezenten Geschäftslageentwicklungen ausgeglichen wird, während die Einschätzungen der rezenten Nachfrageentwicklung weitgehend unverändert bleiben.

Der Anstieg des Indikators des Verbrauchervertrauens (+1,2 Punkte) reflektiert optimistischere Einschätzungen der Haushalte in Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Arbeitslosigkeit sowie der Erwartungen zur Möglichkeit der Ersparnisbildung und in geringerem Ausmaß auch zur generellen wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur künftigen Entwicklung der Finanzlage wider.

Im Einzelhandel sinkt der Vertrauensindikator im November (-1,3 Punkte). Ursache ist eine pessimistischere Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage, die durch unveränderte Beurteilungen der Angemessenheit der Lagerbestände und der künftigen Geschäftslage begleitet wird.

Der Vertrauensindikator des Bauwesens steigt (+1,2 Punkte gegenüber Oktober). Hier kommen nach oben revidierte Einschätzungen der Auftragslage zum Tragen, ebenso wie leicht nach oben korrigierte Beschäftigungspläne für die kommenden Monate.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, steigt im November um +1,3 Punkte, getrieben durch eine bessere Beurteilung der rezenten Nachfrage- und Geschäftslageentwicklung, die nur teilweise durch gesunkene Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate ausgewogen wird.

Die Beschäftigungspläne werden im Einzelhandel und in der Sachgütererzeugung stark nach oben revidiert. Beide Indikatoren steigen damit auf den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren. In der Bauwirtschaft werden die Beschäftigungspläne ebenfalls leicht nach oben korrigiert, wobei dieser Indikator den höchsten Stand seit 10 Jahren erreicht. Im Dienstleistungsbereich geben die Beschäftigungspläne dagegen leicht nach.

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise legt in der Sachgütererzeugung deutlich zu, während er im Einzelhandel und im Dienstleistungsbereich leicht nachgibt und für die Bauwirtschaft unverändert bleibt. Die Verkaufspreiserwartungen steigen im November.

EU-weite Entwicklungen

Das Ergebnis des ESI in der Gesamt-EU (+0,1 Punkte) ist weitestgehend stabil. In den beiden größten EU-Volkswirtschaften außerhalb der Eurozone rutscht der ESI im Vereinigten Königreich ab (-1,5), während er in Polen leicht zulegen kann (+0,7 Punkte).

Auf sektoraler Ebene verlaufen die Entwicklungen im November in der Sachgütererzeugung parallel zur Eurozone, ebenso wie jene des Verbrauchervertrauens. Im Einzelhandel jedoch verbessert sich der Vertrauensindikator EU-weit deutlicher als in der Eurozone und verschlechtert sich im Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft. Eine weitere Abweichung zu den Entwicklungen der Eurozone ist die EU-weite, flache Entwicklung des Indikators der Finanzdienstleister.

Wie in der Eurozone werden die Beschäftigungspläne für die Sachgütererzeugung und den Einzelhandel nach oben revidiert. Im Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft werden die Beschäftigungspläne EU-weit nach unten korrigiert.

Die Preiserwartungen ziehen im Einzelhandel und in der Sachgütererzeugung merklich und im Dienstleistungsbereich etwas gemäßigter an, während sie für die Bauwirtschaft EU-weit stark nachgeben.

 

Ergebnisse der Investitionsumfrage in der Sachgütererzeugung

Im Zuge der zweimal jährlich durchgeführten Investitionsumfrage, deren aktuelle Welle im Oktober/November 2017 erhoben wurde, erwarten die Unternehmen in der Sachgütererzeugung der Eurozone für das laufende Jahr einen Anstieg der Investitionen um real 2% gegenüber dem Vorjahr. Im Frühjahr gingen sie noch von einem Anstieg um 5% aus. Für 2018 gehen die Unternehmen von einem weiteren Investitionswachstum von 4% im Vergleich zu heuer aus.

In der Gesamt-EU rechneten die Unternehmen in der Frühjahrserhebung für das laufende Jahr mit einem realen Investitionswachstum von 4%. In der aktuellen Umfrage von Herbst ist dieser Wert gleichgeblieben. Für 2018 rechnen die Unternehmen mit einem Investitionszuwachs von 4% gegenüber heuer.