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April 2018: Wirtschaftsklima stabilisiert sich sowohl in der Eurozone als auch EU-weit

Im April bleibt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, für die Eurozone und EU-weit weitestgehend stabil. Nach drei Rückgängen in Folge bleibt der Index historisch betrachtet auf hohem Niveau. In der Eurozone notiert der ESI bei 112,7 Punkten (+0,0 Punkte) und EU-weit bei 112,3 Punkten (-0,3 Punkte).

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Die Stabilität des ESI in der Eurozone resultiert aus niedrigeren Vertrauensindikatoren im Einzelhandel, dem Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft, die von einem unveränderten Vertrauensindikator in der Sachgütererzeugung und einem erhöhten Verbrauchervertrauen ausgeglichen werden. In den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI merklich in Spanien (+1,6 Punkte) und in Frankreich (+1,1 Punkte), während er in Deutschland (+0,0 Punkte) stabil bleibt, in Italien (-0,4 Punkte) leicht nachgibt und in den Niederlanden (-2,3 Punkte) merklich sinkt.

Der unveränderte Vertrauensindikator der Sachgütererzeugung (+0,1 Punkte) ist auf verbesserte Produktionsaussichten zurückzuführen, die von einer gleichbleibenden Beurteilung der Fertigwarenlager begleitet und von einer schlechteren Beurteilung der Auftragsbestände ausgeglichen werden. Die Beurteilung der rezenten Produktionsentwicklung sowie die Einschätzung der Exportaufträge fallen deutlich schlechter aus als im Vormonat. Die beiden letztgenannten Fragen werden aber in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Im Dienstleistungsbereich sinkt der Vertrauensindikator (-1,0 Punkte gegenüber März). Dies ist auf eine negativere Beurteilung der rezenten Geschäftslage- und Nachfrageentwicklung zurückzuführen, während die Einschätzungen zu den Nachfrageerwartungen gleichbleiben.

Der leichte Anstieg des Indikators des Verbrauchervertrauens (+0,3 Punkte) reflektiert optimistischere Einschätzungen der Haushalte zur zukünftigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit, besseren Erwartungen zur Möglichkeit der Ersparnisbildung und positiveren Beurteilungen in Bezug auf die künftige Entwicklung ihrer Finanzlage, die nur teils durch verschlechterte Erwartungen zur generellen wirtschaftlichen Entwicklung abgefangen werden.

Im Einzelhandel fällt der Vertrauensindikator im März erneut (-1,3 Punkte). Ursache ist vor allem eine pessimistischere Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage und der Angemessenheit der Lagerbestände, während die Beurteilung der künftigen Geschäftslage unverändert ausfällt.

Der Vertrauensindikator des Bauwesens sinkt (-0,7 Punkte gegenüber März). Hier kommen nach unten revidierte Beschäftigungspläne und nach unten korrigierte Beurteilungen zur Auftragslage zum Tragen.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, bleibt im April bei +0,3 Punkten stabil. Hier treffen deutlich bessere Beurteilungen der rezenten Geschäftslageentwicklung auf schlechtere Einschätzungen zur Nachfrageentwicklung und der Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate.

Die Beschäftigungspläne werden in der Sachgütererzeugung und in der Bauwirtschaft nach unten revidiert, während sie im Dienstleistungsbereich und im Einzelhandel unverändert bleiben.

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise gibt in der Bauwirtschaft und in der Sachgütererzeugung merklich, sowie im Einzelhandel etwas geringfügiger nach, während er im Dienstleistungsbereich im April zulegt.

EU-weite Entwicklungen

Der etwas stärkere Rückgang des ESI in der EU im Vergleich zur Eurozone ist hauptsächlich auf einen leichten Rückgang der Vertrauensindikatoren in den beiden größten EU-Volkswirtschaften außerhalb der Eurozone zurückzuführen. Dort sinkt der ESI im Vereinigten Königreich (-0,4 Punkte) und in Polen (-0,7 Punkte).

Auf sektoraler Ebene und im Einklang zur Eurozone gibt der Vertrauensindikator EU-weit im Dienstleistungsbereich und im Einzelhandel nach, während er EU-weit in der Sachgütererzeugung und in der Bauwirtschaft steigt. Unter den Verbrauchern und im Bereich der Finanzdienstleister sinkt der ESI im Vergleich zur Eurozone leicht.

Parallel zur Eurozone werden die Beschäftigungspläne für die Sachgütererzeugung leicht nach unten korrigiert, während sie im Gegensatz zur Eurozone EU-weit in der Bauwirtschaft angehoben werden und sich im Dienstleistungsbereich verschlechtern.

 

Die Preiserwartungen unterscheiden sich EU-weit von der Entwicklung der Eurozone hauptsächlich im Einzelhandel, wo sie steigen, sowie im Dienstleistungsbereich, wo sie stabil bleiben.

 

Ergebnisse der Quartalserhebung (April)

In der Eurozone liegt die hochgeschätzte Kapazitätsauslastung in der Sachgütererzeugung im April bei 84,4% und somit niedriger als im Oktober (-0,3 %-Punkte). Der Anteil der Unternehmen, die ihre gegenwärtigen Produktionskapazitäten als „mehr als ausreichend“ einstufen (gemessen an der Auftragslage und der erwarteten Nachfrage), steigt um 0,3 %-Punkte. Bezogen auf den Außenhandel sinken die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Exportaufträge (-1,9 %-Punkte). Die Einschätzung der Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU sinkt im April (-2,7 %-Punkte gegenüber Oktober). Die Einschätzungen zur Entwicklung der Auftragseingänge in den letzten Monaten geben deutlich nach (-1,4 %-Punkte), während sich die Einschätzungen zur gesicherten Produktionsdauer im Vergleich zum Oktober nicht verändert (3,9 Monate). Die EU-weiten Entwicklungen decken sich weitgehend mit jenen der Eurozone. Die Kapazitätsauslastung in der Sachgütererzeugung liegt EU-weit im April bei 84,1% und somit 0,2 %-Punkte höher als im Oktober. Die künftige Entwicklung der Exportaufträge sowie die Einschätzung der Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU verschlechtern sich EU-weit etwas merklicher als in der Eurozone.

Im Dienstleistungssektor bleibt die Kapazitätsauslastung in der Eurozone mit 90,2% (+0,3% Punkte) gegenüber Oktober unverändert und steigt EU-weit leicht um +0,3 %-Punkte auf 90,0%.

 

Ergebnisse der Investitionsumfrage in der Sachgütererzeugung (März /April)

Im Zuge der zweimal jährlich durchgeführten Investitionsumfrage, deren aktuelle Welle im März / April 2018 erhoben wurde, erwarten die Unternehmen in der Sachgütererzeugung der Eurozone für das laufende Jahr einen Anstieg der Investitionen um real 7% gegenüber dem Vorjahr. Im Herbst 2017 rechneten sie noch mit einem Anstieg um 4%. Für 2017 gehen die Unternehmen nun von einem Investitionswachstum von 5% aus, 2%-Punkte höher als noch in der Herbstumfrage. In der Gesamt-EU wird mit +6% mit einem etwas langsameren Wachstum der Investitionen gerechnet als in der Eurozone, wobei die Unternehmen in der Herbsterhebung für das laufende Jahr ein reales Investitionswachstum von 4% erwarteten. Für 2017 rechnen die Unternehmen mit einem Investitionszuwachs von 5% im Vergleich zu den 4%, die noch im Herbst erwartet wurden.