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September 2019: Wirtschaftsklima lässt sowohl in der Eurozone als auch EU-weit nach

Im September sinkt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, deutlich – sowohl in der Eurozone (-1,4 Punkte auf 101,7) als auch EU-weit (-1,4 Punkte auf den langfristigen Durchschnitt von 100,0).

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Der Stimmungsrückgang in der Eurozone resultierte aus einer erheblichen Verschlechterung des Vertrauensindikators in der Sachgütererzeugung und einem leichten Rückgang im Einzelhandel, während sich der Vertrauensindikator der Verbraucher verbesserte und im Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft weitgehend stabil blieb.

Unter den größten Volkswirtschaften der Eurozone ging der ESI in den Niederlanden, Spanien (jeweils -3,1 Punkte) und Deutschland deutlich (-1,2 Punkte) sowie in geringerem Maße in Italien (-0,8 Punkte) zurück. In Frankreich blieb der ESI weitgehend unverändert (-0,2 Punkte).

Der starke Rückgang des Vertrauensindikators in der Sachgütererzeugung (-3,0) resultierte aus der deutlich pessimistischeren Einschätzung aller drei Komponenten, nämlich der Einschätzung der Produktionserwartungen, des aktuellen Auftragsbestands und der Beurteilung der Fertigwarenlager. Auch die Einschätzungen zu den vergangenen Produktionsentwicklungen und Exportaufträgen - die nicht in der Berechnung des Vertrauensindikators enthalten sind - haben sich sehr deutlich verschlechtert.

Weitgehend unverändertes ist der Vertrauensindikator im Dienstleistungsbereich (+0,3 Punkte), was aus der etwas optimistischeren Einschätzung der rezenten Nachfrage und den nahezu unveränderten Einschätzungen der vergangenen Geschäftslage und ihrer Nachfrageerwartungen resultiert.

Die Verbraucher erwarten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Verkaufspreiserwartungen sind gestiegen, und zwar leicht im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft, während sie in der Sachgütererzeugung und – noch entscheidender – im Dienstleistungssektor zurückgehen.

EU-weite Entwicklungen

Ein entsprechender Rückgang (-1,4 Punkte) ließ den ESI für die EU auf den langfristigen Durchschnitt sinken. Während er im Vereinigten Königreich deutlich zurückging (-4,5 Punkte), blieb er in Polen weitgehend unverändert (-0,1 Punkte).

Im Einklang mit der Eurozone hat sich der Vertrauensindikator in der Sachgütererzeugung deutlich verschlechtert, ist im Dienstleistungssektor weitgehend stabil geblieben und hat sich bei den Verbrauchern leicht verbessert. Der ESI nimmt jedoch EU-weit in der Bauwirtschaft stark ab, während es sich im Einzelhandel deutlich verbessert. Der Anstieg des Vertrauensindikators in die Finanzdienstleistungen der EU entsprach den Entwicklungen in der Eurozone.

Die Beschäftigungserwartungen haben sich EU-weit im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel verbessert, während sie in der Sachgütererzeugung weitgehend stabil blieben und sich in der Bauwirtschaft deutlich verschlechterten.

Die Preiserwartungen gingen in den Bereichen Dienstleistungen und Bauwirtschaft zurück, während sie im Einzelhandel und in der Sachgütererzeugung stiegen.