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Juli 2018: Wirtschaftsklima bleibt in der Eurozone und EU-weit stabil

Im Juli bleibt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, für die Eurozone (-0,2 Punkte auf 112,1) und EU-weit (+0,1 Punkte auf 112,3) stabil. Beide Indikatoren verhalten sich über die letzten 4 Monate betrachtet, mit einer leichten Verschlechterung von 0,7 Punkten seit März, relativ stabil.

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Die Stabilität des ESI in der Eurozone resultiert aus gesunkenen Vertrauensindikatoren in der Sachgütererzeugung und im Einzelhandel, die durch Zugewinne im Dienstleistungsbereich ausgeglichen werden, während der Vertrauensindikator der Bauwirtschaft weitgehend stabil und unter den Verbrauchern unverändert bleibt.

In den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI in Deutschland (+0,9 Punkte), während er in Spanien (-1,7 Punkte) und in Italien (-0,6 Punkte) nachgibt und in Frankreich (-0,1 Punkte) und in den Niederlanden (+0,0 Punkte) annähernd gleichbleibt.

Der merklich gesunkene Vertrauensindikator der Sachgütererzeugung (-1,1 Punkte) ist auf eine pessimistischere Beurteilung all seiner Komponenten zurückzuführen (der Produktionsaussichten, der Auftragsbestände und - zu einem geringeren Ausmaß - der Beurteilung der Fertigwarenlager). Die Einschätzung der rezenten Produktionsentwicklung verbessert sich, während die Einschätzung der Exportaufträge schlechter ausfällt als im Vormonat. Die beiden letztgenannten Fragen werden allerdings in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Im Dienstleistungsbereich steigt der Vertrauensindikator (+0,9 Punkte gegenüber Juni). Dies ist auf optimistischere Einschätzungen zur Nachfrageerwartung zurückzuführen, die von einer leicht nachlassenden Beurteilung der rezenten Nachfrageentwicklung und unveränderten Einschätzungen zur rezenten Geschäftslageentwicklung begleitet wird.

Der stabile Indikator des Verbrauchervertrauens (+0,0 Punkte) reflektiert nahezu unveränderte Einschätzungen der Haushalte zur generellen wirtschaftlichen Entwicklung und zur künftigen Entwicklung ihrer Finanzlage, während erhöhte Erwartungen zur Möglichkeit der Ersparnisbildung von pessimistischeren Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit ausgeglichen werden.

Im Einzelhandel sinkt der Vertrauensindikator im Juli (-0,8 Punkte).  Negativere Einschätzungen zur künftigen Geschäftslage und - im Speziellen - zur Angemessenheit der Lagerbestände überschatten positivere Beurteilungen zur rezenten Geschäftslage.

Der Vertrauensindikator des Bauwesens bleibt annähernd gleich (-0,2 Punkte gegenüber Juni). Hier kommen nach unten revidierte Beschäftigungspläne und nach oben korrigierte Beurteilungen zur Auftragslage zum Tragen, die sich nahezu ausgleichen.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, bleibt im Juli mit +0,2 Punkten stabil und reflektiert eine verbesserte Beurteilung der rezenten Nachfrageentwicklung und der rezenten Geschäftslageentwicklung, die von einer schlechteren Beurteilung der Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate ausgeglichen wird.

Die Beschäftigungspläne werden in der Sachgütererzeugung und in der Bauwirtschaft merklich und weniger stark im Dienstleistungsbereich nach unten revidiert, während sie im Einzelhandel deutlich nach oben revidiert werden.

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise bleibt im Dienstleistungsbereich, in der Bauwirtschaft und im Einzelhandel im Juli nahezu unverändert, während er in der Sachgütererzeugung leicht nachgibt.

Die Preiserwartungen der Verbraucher ziehen im Juli etwas an.

EU-weite Entwicklungen

Die marginal bessere Entwicklung des ESI in der EU (+0,1 Punkte) im Vergleich zur Eurozone ist hauptsächlich auf die Entwicklung der Vertrauensindikatoren in den beiden größten EU-Volkswirtschaften außerhalb der Eurozone zurückzuführen. Dort steigt der ESI merklich im Vereinigten Königreich (+1,6 Punkte) und bleibt in Polen (+0,3 Punkte) stabil.

Auf sektoraler Ebene und im Einklang zur Eurozone steigt der Vertrauensindikator EU-weit im Bereich der Dienstleistungen, während er EU-weit auch unter den Verbrauchern zunehmen kann. Parallel zu den Entwicklungen der Eurozone sinkt der Vertrauensindikator in der Sachgütererzeugung und im Einzelhandel, während er im Gegensatz zu den Entwicklungen der Eurozone EU-weit auch in der Bauwirtschaft sinkt. Konträr zur Eurozone steigt der Vertrauensindikator im Bereich der Finanzdienstleister merklich.

Im Einklang mit der Eurozone werden die Beschäftigungspläne EU-weit in der Sachgütererzeugung und in der Bauwirtschaft stark nach unten revidiert, während sie im Gegensatz zur Eurozone ebenfalls merklich im Einzelhandel nach unten korrigiert werden und im Dienstleistungsbereich unverändert bleiben.

Im weiteren Gegensatz zur Eurozone steigen die Preiserwartungen EU-weit merklich im Einzelhandel, während sie in der Sachgütererzeugung weitgehend stabil bleiben und im Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft nachlassen.

 

Ergebnisse der Quartalserhebung (April)

In der Eurozone liegt die hochgeschätzte Kapazitätsauslastung in der Sachgütererzeugung im April bei 84,1% und somit niedriger als im April (-0,2 %-Punkte). Der Anteil der Unternehmen, die ihre gegenwärtigen Produktionskapazitäten als „mehr als ausreichend“ einstufen (gemessen an der Auftragslage und der erwarteten Nachfrage), steigt um 1,4 %-Punkte. Bezogen auf den Außenhandel sinken die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Exportaufträge (-0,4 %-Punkte). Die Einschätzung der Wettbewerbsposition auf Märkten außerhalb der EU steigt im April merklich (+1,1 %-Punkte gegenüber April). Die Einschätzungen zur Entwicklung der Auftragseingänge in den letzten Monaten geben deutlich nach (-3,7 %-Punkte), während sich die Einschätzungen zur gesicherten Produktionsdauer im Vergleich zum April nicht verändert (3,9 Monate). Die EU-weiten Entwicklungen decken sich weitgehend mit jenen der Eurozone. Die Kapazitätsauslastung in der Sachgütererzeugung liegt EU-weit im April bei 83,8% und somit 0,2 %-Punkte niedriger als im April.

Im Dienstleistungssektor steigt die Kapazitätsauslastung in der Eurozone auf 90,6% (+0,4% Punkte) gegenüber April und sinkt EU-weit leicht um -0,3 %-Punkte auf 89,7%