Europa > Europaweite Konjunkturtest-Indikatoren

Europa

März 2019: Wirtschaftsklima sinkt leicht in der Eurozone und EU-weit

Im März sinkt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, in der Eurozone (-0,7 Punkte auf 105,5) und EU-weit leicht (-0,4 Punkte auf 105,0).

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Der Rückgang in der Eurozone resultiert aus niedrigeren Vertrauensindikatoren in der Sachgütererzeugung und zu einem geringeren Grad auch im Dienstleistungsbereich, während sie im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft steigen sowie unter den Verbrauchern annähernd gleichbleiben.

In den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI lediglich in Spanien (+2,3), während er in Deutschland (-1,8) und in den Niederlanden (-1,3) sinkt sowie in Frankreich (+0,2) und Italien (-0,2) nahezu unverändert bleibt.

Der Vertrauensindikator der Sachgütererzeugung sinkt zum vierten Mal in Folge (-1,3 Punkte). Dies ist auf eine pessimistischere Beurteilung all seiner Komponenten zurückzuführen (den Produktionsaussichten, den Auftragsbeständen und den Einschätzungen der Fertigwarenlager). Die Beurteilungen der Exportaufträge und der rezenten Produktionsentwicklung verschlechtern sich im Vergleich zum Vormonat ebenfalls. Die beiden letztgenannten Fragen werden allerdings in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Im Dienstleistungsbereich sinkt der Vertrauensindikator (-0,8 Punkte gegenüber Februar). Dies ist auf verschlechterte Einschätzungen in Bezug auf die rezente Nachfrageentwicklung sowie die Nachfrageerwartungen zurückzuführen, denen verbesserte Einschätzungen zur rezente Geschäftslageentwicklung gegenüberstehen.

Der Indikator des Verbrauchervertrauens steigt unmerklich (+0,2 Punkte) und reflektiert eine positivere Einschätzung der Haushalte in Bezug auf die rezente Entwicklung ihrer Finanzlage und hinsichtlich der generellen wirtschaftlichen Entwicklung, die durch die verminderte Intention für größere Anschaffungen ausgeglichen wird, während die Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung ihrer Finanzlage stabil bleiben.

Im Einzelhandel steigt der Vertrauensindikator im März (+1,5 Punkte) bedingt durch positivere Einschätzungen aller Teilkomponenten (gegenwärtige und künftige Geschäftslage und Beurteilungen der Lagerbestände).

Der Vertrauensindikator des Bauwesens steigt (+0,9 Punkte gegenüber Februar). Hier kommen nach unten korrigierte Beschäftigungspläne und positivere Beurteilungen der Auftragslage zum Tragen.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, schnellt im März nach oben (+9,2 Punkte) und reflektiert eine starke Verbesserung all seiner Komponenten (Beurteilung der Nachfrageentwicklung, Beurteilungen der rezenten Geschäftslageentwicklung und Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate).

Die Beschäftigungspläne lassen in der Bauwirtschaft und im Speziellen in der Sachgütererzeugung nach, während sie im Dienstleistungsbereich gleichbleiben und im Einzelhandel etwas anziehen.

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise steigt im März im Dienstleistungsbereich, bleibt im Einzelhandel nahezu unverändert und gibt in der Bauwirtschaft und in der Sachgütererzeugung stark nach.

Die Preiserwartungen der Verbraucher lassen im März nach.

EU-weite Entwicklungen

Der ESI sinkt in der EU (-0,4 Punkte) – etwas milder im Vergleich zur Eurozone - und ist hauptsächlich auf die Entwicklung des Vertrauensindikators in den größten EU-Volkswirtschaften außerhalb der Eurozone zurückzuführen: im Vereinigten Königreich steigt der ESI nach einem starken Abfall im Februar wieder (+1,6 Punkte), während er in Polen ebenfalls leicht steigt (+0,4 Punkte).

Auf sektoraler Ebene verläuft die Entwicklung EU-weit weitgehend parallel zur Eurozone. In der Sachgütererzeugung sinkt der ESI deutlich, das Verbrauchervertrauen bleibt stabil und im Einzelhandel steigt der ESI. Im Gegensatz zur Eurozone steigt EU-weit der ESI auch im Dienstleistungsbereich, während er in der Bauwirtschaft nachlässt. EU-weit schnellt auch der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister stark nach oben.

Die Beschäftigungspläne sinken EU-weit in der Sachgütererzeugung, im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft und bleiben im Dienstleistungsbereich stabil. Die Preiserwartungen sinken EU-weit in der Sachgütererzeugung, im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft, während sie im Dienstleistungsbereich stabil bleiben.