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Dezember 2019: Wirtschaftsklima weitgehend unverändert sowohl in der Eurozone als auch EU-weit

Im Dezember bleibt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, sowohl in der Eurozone (+0,3 Punkte auf 101,5 Punkte) als auch EU-weit (+0,0 Punkte auf 100,0 Punkte) nahezu unverändert.

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Der stabile ESI in der Eurozone resultiert aus einer merklichen Verbesserung des Vertrauensindikators im Dienstleistungsbereich, in der Bauwirtschaft und in geringerem Ausmaß, im Einzelhandel, während der ESI unter den Verbrauchern sinkt und in der Sachgütererzeugung nahezu unverändert bleibt.

Unter den größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI in Italien (+1,7 Punkte), in Spanien (+1,3 Punkte) und in Deutschland (+0,4 Punkte), während er in Frankreich (-0,2 Punkte) nahezu unverändert bleibt und in den Niederlanden (-0,4 Punkte) sinkt.

Der Vertrauensindikator der Sachgütererzeugung bleibt nahezu unverändert (-0,2 Punkte). Dies ist auf optimistischere Produktionsaussichten zurückzuführen, die von einer pessimistischeren Beurteilung der Fertigwarenlager und der Auftragsbestände ausgeglichen werden. Die Einschätzung der Exportaufträge und die Beurteilungen der rezenten Produktionsentwicklung verschlechtern sich im Vergleich zum Vormonat. Die beiden letztgenannten Fragen werden allerdings in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen.

Im Dienstleistungsbereich steigt der Vertrauensindikator deutlich (+2,2 Punkte gegenüber November). Dies ist auf verbesserte Einschätzungen all seiner Komponenten zurückzuführen (der Nachfrageerwartungen, der Beurteilung der rezenten Geschäftslageentwicklung, der Beurteilung der rezenten Nachfrageentwicklung).

Der Indikator des Verbrauchervertrauens sinkt (-0,9 Punkte) und reflektiert eine negativere Einschätzung der Haushalte in Bezug auf die generelle wirtschaftliche Entwicklung und die künftige Entwicklung ihrer Finanzlage, während die Einschätzungen zur rezenten Entwicklung ihrer Finanzlage und die Vorhaben für größere Anschaffungen weitgehend stabil bleiben.

Im Einzelhandel steigt der Vertrauensindikator im Dezember (+1,0 Punkte) bedingt durch positivere Beurteilungen der rezenten Geschäftslageentwicklung und, in geringerem Ausmaß, der erwarteten Geschäftslage, während die Beurteilung der Lagerbestände stabil bleibt.

Der Vertrauensindikator der Bauwirtschaft steigt merklich (+2,2 Punkte gegenüber November). Hier kommen nach oben korrigierte Beschäftigungspläne und optimistischere Beurteilungen der Auftragslage zum Tragen.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, steigt im Dezember (+1,6 Punkte) und reflektiert eine Verbesserung der Beurteilungen der rezenten Geschäftslageentwicklung und der Nachfrageentwicklung, während sich die Beurteilung der Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate verschlechtert.

Die Beschäftigungspläne verbessern sich deutlich in der Bauwirtschaft und im Einzelhandel, während sie in der Sachgütererzeugung etwas nachlassen und im Dienstleistungsbereich unverändert bleiben.

Der Ausblick auf die weitere Entwicklung der Verkaufspreise zieht im Dezember in der Sachgütererzeugung, im Dienstleistungsbereich und im Einzelhandel deutlich an, während er in der Bauwirtschaft weitgehend unverändert bleibt.

Die Preiserwartungen der Verbraucher steigen im Dezember.

EU-weite Entwicklungen

Der ESI bleibt in der EU im Dezember stabil (+0,0 Punkte). Dies Entwicklung der Vertrauensindikatoren in den größten EU-Volkswirtschaften außerhalb der Eurozone verschlechtert sich dagegen: im Vereinigten Königreich sinkt der ESI im Dezember (-2,4 Punkte), sowie auch in Polen (-1,2 Punkte).

Parallel zur Eurozone steigt der ESI EU-weit im Bereich der Dienstleistungen, in der Bauwirtschaft und im Einzelhandel. Im Gegensatz zur Eurozone sinkt der ESI EU-weit in der Sachgütererzeugung und bleibt unter den Verbrauchern unverändert.

Die Beschäftigungserwartungen entwickeln sich EU-weit weitgehend parallel zur Eurozone, außer im Bereich der Dienstleistungen, wo sie EU-weit steigen.

Die Preiserwartungen entwickeln sich EU-weit vergleichbar zur Eurozone, lediglich im Bereich der Dienstleistungen und im Einzelhandel ist eine verhaltenere Entwicklung als in der Eurozone beobachtbar, während die Entwicklung unter den Verbrauchern EU-weit stabil bleibt.