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12.3.2010 : 16:22 : +0100

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Last Update: 03/08/10

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Der WIFO Investitions- und Konjunkturtest ist Teil der harmonisierten Konjunkturumfragen der EU.


WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Eine Website des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung

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Aktueller Konjunkturtest
Investitionstest Herbst 2009

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WIFO - EU Konjunkturumfrage

(nächstes Ergebnis Ende März 2010)

Konjunktur erholt sich weiter

Sachgütererzeugung

Die wirtschaftliche Lage der Sachgütererzeuger verbessert sich zusehends. Wie schon in den Monaten davor, konnten auch im Februar mehr Unternehmen Produktionsausweitungen als Produktionskürzungen verzeichnen. Erstmals seit mehr als einem Jahr stieg auch der Anteil von Unternehmen, die ihre Auftragsbestände als ausreichend oder mehr als ausreichend beurteilen, auf über 50%. Trotz dieser fortschreitenden Erholung bleibt die aktuelle Lage aber vorerst schwierig. Die Einschätzung der aktuellen Auftragslage verbesserte sich deutlich weniger dynamisch als jene der zukünftigen Geschäftslage.

Auf die kommenden Monate blicken die Unternehmen jedoch mit wachsender Zuversicht. Sie erwarten eine steigende Produktionstätigkeit und zum ersten Mal seit zwei Jahren rechnen etwas mehr Unternehmen mit einer günstigen Geschäftslageentwicklung als mit einer Verschlechterung. Diese Ergebnisse deuten auf eine Entspannung der Wirtschaftslage im Sachgüterbereich hin.

Bauwesen

Die Konjunktur hatte in der Bauwirtschaft zuletzt nur wenig Schwung. Die Bautätigkeit entwickelte sich schwächer als in den vorangegangenen Jahren. In der jüngsten Erhebung zog die Beurteilung der Auftragslage im Vergleich zu den Vormonaten jedoch etwas an. Es bleibt abzuwarten ob dies ein Vorbote einer Belebung im Bauwesen ist. Zuversichtlich stimmt, dass auch die Erwartungen zur künftigen Entwicklung der Baupreise zuletzt optimistischer ausgefallen sind als in den vergangenen Monaten. Allerdings zeichnet sich in den Erwartungen zur Beschäftigungsentwicklung noch keine Verbesserung ab.

Unternehmensnahe Dienstleistungen

In den vergangenen Monaten ist die Nachfrage nach unternehmensnahen Dienstleistungen spürbar gestiegen. Dies zeigt eine merkliche Erholung in diesem Sektor an. Auch die Auftragssituation bessert sich zusehends, fällt aber dennoch weiterhin unterdurchschnittlich aus. In Hinblick auf die kommenden Monate bleiben die Unternehmen zuversichtlich und gehen großteils von einer weiter steigenden Nachfrage und Verbesserung der Geschäftslage aus. Die Unternehmen erwarten ein Fortschreiten der gegenwärtigen Erholung, sehen jedoch in den nächsten Monaten keine zusätzliche Dynamik in diesem Prozess.

Vorprodukte

Im Bereich der Vorprodukte zieht die Konjunktur weiter an. Die Produktion konnte in den letzten Monaten von einer zunehmenden Anzahl von Unternehmen gesteigert werden. Die Auftragslage bleibt zwar weiterhin schwach, bessert sich aber zusehends. Die Erwartungen der Unternehmen lassen auf bevorstehende, weitere Steigerungen der Produktionstätigkeit schließen und erstmals seit Herbst 2007 gehen mehr Unternehmen von einer Verbesserung ihrer Geschäftslage aus als von einer Verschlechterung.

Kraftwagen und Kraftwagenteile

Die Kfz-Hersteller konnten ihre Produktion in letzter Zeit in deutlichem Umfang steigern. Auch die Auftragslage hat sich in den vergangenen Monaten gebessert, auch wenn sie nach wie vor sehr schwach ausfällt. Die Erwartungen der Unternehmen zeigen, dass sie in den kommenden Monaten mit einer weiteren Belebung rechnen. Sowohl hinsichtlich der Produktionstätigkeit als auch in Bezug auf die Geschäftslageentwicklung überwiegen die optimistischen Stimmen die pessimistischen deutlich.

Investitionsgüter

Der Investitionsgüterbereich kommt nur langsam in Schwung. Der Anteil von Unternehmen, die Produktionskürzungen melden, ist zwar in den letzten Monaten deutlich zurück gegangen, aber er ist immer noch ein wenig größer als der Anteil von Firmen, die ihre Produktion ausweiten konnten. Die Auftragssituation hat sich seit letztem Sommer, als der Tiefpunkt erreicht war, zwar verbessert, die Erholung findet aber nur schleppend statt. Auch in ihren Ausblicken auf die Zukunft bleiben die Hersteller von Investitionsgütern vorerst zurückhaltend. Der Anteil optimistischer Stimmen zu Produktions- und Geschäftslageentwicklung überwiegt den Anteil pessimistischer nur geringfügig.

Langlebige Konsumgüter

Im Bereich der langlebigen Konsumgüter ist die Produktionstätigkeit in den letzten Monaten stabil geblieben. Die Auftragsbestände befinden sich aber weiterhin auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Zwiespältig fällt die Aussicht auf die kommenden Monate aus. Während die Zuversicht Ende des Vorjahres bezüglich der Erwartungen zur Produktionstätigkeit wieder nachgelassen hat, bleiben die Unternehmen dennoch per Saldo optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Nahrungs- und Genussmittel

Die Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelerzeugung melden eine in letzter Zeit gestiegene Produktion. Dennoch hat sich die Auftragslage in den vergangenen Monaten nicht substantiell verbessert. Die Einschätzungen für die nächsten Monate lassen auf eine ambivalente Entwicklung schließen: während die Unternehmen einerseits in hohem Maß Produktionssteigerungen erwarten, bleiben dennoch viele Unternehmen skeptisch hinsichtlich der Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Kurzlebige Konsumgüter

Per Saldo konnten die Hersteller kurzlebiger Konsumgüter ihre Produktion in den letzten Monaten ausbauen. Auch die Auftragsbestände haben sich entsprechend positiv entwickelt und liegen leicht über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Damit weist dieser Sektor derzeit die günstigste Auftragslage aller Sachgüterbranchen auf. In den kommenden Monaten erwarten die Unternehmen in moderatem Umfang auch Produktionssteigerungen, zeigen sich allerdings skeptisch betreffend der Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Hochbau

Die Bautätigkeit hat sich in den letzten Monaten zwar nur mäßig entwickelt. In der jüngsten Erhebung aber hat die Beurteilung der Auftragslage spürbar zugelegt. Dies könnte ein Anzeichen für eine bevorstehende Belebung der Hochbaukonjunktur sein. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung auch in den kommenden Monaten fortsetzt. In eine positive Richtung deuten auch die Preiserwartungen der Unternehmen, welche erstmals seit über einem Jahr wieder von einem Anstieg ausgehen. Dagegen spricht jedoch, dass die Unternehmen auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Belebung der Beschäftigungslage rechnen.

Tiefbau

Wenngleich die Bautätigkeit sich zuletzt stabilisiert hat, bleibt die Auftragslage dennoch weiterhin ungünstig. Auch die Aussichten auf die kommenden Monate weisen nicht auf ein baldiges Anziehen der Konjunktur im Tiefbau hin. Die Unternehmen rechnen weiterhin mit sinkenden Baupreisen und einer schwachen Entwicklung der Beschäftigungssituation.

Vermietung beweglicher Sachen

Die Nachfrage hat sich in den letzten Monaten solide entwickelt. Dennoch verschlechterte sich die Beurteilung der Auftragslage – die sich im letzten Herbst rapide verbessert hatte – zuletzt wieder und liegt nun im Bereich des langfristigen Branchendurchschnitts. Für die kommenden Monate bleiben die Unternehmen aber zuversichtlich, insbesondere in Bezug auf die Nachfragesituation. Auch bei den Erwartungen zur Geschäftslageentwicklung überwiegen nach wie vor die optimistischen Stimmen, wenngleich ihr Anteil in letzter Zeit wieder gesunken ist.

Datenverarbeitung und Datenbanken (Software)

Die Anbieter von EDV-Dienstleistungen melden eine merklich bessere Nachfrage in den vergangenen Monaten. Auch die Auftragssituation hat sich über den Winter deutlich gebessert, konnte aber zuletzt nicht weiter zulegen und entspricht insgesamt nur dem langfristigen Durchschnitt. In ihren Erwartungen zu Nachfrage und Geschäftslage bleiben die Unternehmen sehr optimistisch, rechnen aber mit keiner Verstärkung des Aufwärtstrends in den nächsten Monaten.

Forschung und Entwicklung

Obwohl die F&E-Unternehmen in den vergangenen Monaten durchgängig eine gute Nachfrageentwicklung gemeldet haben, zeigen die Auftragsbestände nach wie vor keine Erholung ihrer wirtschaftlichen Lage an. Was Nachfrage- und Geschäftslageentwicklung in den kommenden Monaten betrifft, sind die Firmen aber durchaus zuversichtlich. Gleichzeitig rechnen sie per Saldo aber mit einer Verschärfung der Beschäftigungssituation in den kommenden Monaten.

Dienstleistungen für Unternehmen

Die Nachfrage nach Unternehmensdienstleistungen ist in den letzten Monaten geringfügig gestiegen. Die Auftragssituation verbessert sich dennoch nur schleppend und bleibt weiterhin deutlich unter dem Durchschnittsniveau dieses Sektors. In ihren Ausblicken auf zukünftige Entwicklungen zeigen sich die Unternehmen mäßig optimistisch und erwarten nur in moderatem Umfang Nachfragesteigerungen sowie eine günstige Entwicklung der Geschäftslage.

Entsorgungsunternehmen

Eine kraftlose Nachfrageentwicklung und nach wie vor geringe Auftragsbestände prägen auch weiterhin das Bild im Entsorgungswesen. Auch die zuletzt optimistischen Erwartungen zur Entwicklung von Nachfrage und Geschäftslage mussten in der jüngsten Erhebung Rückschläge hinnehmen und deuten auf eine nur schwache Konjunktur in den nächsten Monaten hin.

Transport

Im Transport- und Speditionssektor hat sich die Nachfrage in den letzten Monaten stabilisiert. Die Auftragslage wird zwar günstiger beurteilt als zum konjunkturellen Tiefpunkt im Juni des vergangenen Jahres, bleibt aber schwach. Die Nachfrage- und Geschäftslageerwartungen sind ausgewogen, d.h. optimistische und pessimistische Stimmen halten sich die Waage. Die Unternehmen rechnen per Saldo nicht mit einer Änderung ihrer wirtschaftlichen Lage in den nächsten Monaten.

Reisebüros

Nachdem die Nachfrage nach den Leistungen der Reisebüros in den letzten Monaten gestiegen ist, hat sich auch die Beurteilung der Auftragslage durch die Unternehmen verbessert. Sie liegt in der jüngsten Erhebung erstmals seit eineinhalb Jahren wieder über dem langjährigen Durchschnitt. Die Erwartungen der Reisebüros weisen darauf hin, dass sie in den kommenden Monaten mit einer soliden Entwicklung von Nachfrage und Geschäftslage rechnen.

Gastronomie, Hotellerie

Im Bereich Tourismus und Gastronomie hat sich die Nachfrage zuletzt eher träge entwickelt. Auch in den kommenden Monaten sehen die Unternehmen keine Steigerung, sondern ein Stagnieren der Nachfrage und eine unterdurchschnittliche Entwicklung der Beschäftigung im Sektor.