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Last Update: 02/05/10

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Der WIFO Investitions- und Konjunkturtest ist Teil der harmonisierten Konjunkturumfragen der EU.


WIFO - Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung

Eine Website des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung

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Aktueller Konjunkturtest
Investitionstest Herbst 2009

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WIFO - EU Konjunkturumfrage

(nächstes Ergebnis Ende Februar 2010)

Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung werden deutlicher

Sachgütererzeugung

Die österreichische Sachgütererzeugung hat die schwierigste Zeit hinter sich. Die Abwärtstendenz in diesem Sektor scheint überwunden zu sein – es zeigen sich Indizien für eine Besserung der Lage. Die Produktionstätigkeit hat sich vor einigen Monaten stabilisiert, die Auftragslage seit dem Tiefpunkt im vergangenen Sommer langsam aber stetig verbessert. Dennoch befinden sich die Auftragsbestände weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Kapazitätsauslastung hat seit dem Sommer leicht zugelegt, bleibt mit 76% aber auf dem niedrigsten Stand seit der erstmaligen Erfassung der Kapazitätsauslastung im WIFO-Konjunkturtest 1996.

Die aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen inzwischen wieder deutlich weniger negativ als zum Höhepunkt der Krise. Jedes achte Unternehmen bezeichnet seine derzeitige Geschäftslage als gut, auch wenn dem immer noch dreimal so viele Unternehmen mit einer schlechten Geschäftslage gegenüber stehen.

Die Erwartungen der Unternehmen haben sich im Verlauf des letzten Jahres fast ebenso rasch erholt, wie sie davor eingebrochen sind. Dennoch wäre es verfrüht, von einem optimistischen Ausblick auf die kommenden Monate zu sprechen. Positiv ist zweifellos, dass im Dezember und Jänner erstmals seit fast eineinhalb Jahren etwas mehr Unternehmen von bevorstehenden Produktionssteigerungen ausgehen als von (weiteren) Produktionskürzungen. Weniger zuversichtlich fallen die Einschätzungen zur Entwicklung von Verkaufspreisen und Beschäftigung aus: hier überwiegen die pessimistischen Stimmen gegenüber den optimistischen nach wie vor spürbar. In Bezug auf die zukünftige Geschäftslage halten sich optimistische und pessimistische Einschätzungen die Waage.

Bauwesen

Rund 60% der Baufirmen bezeichnen (saisonbereinigt) ihre Auftragsbestände als ausreichend oder mehr als ausreichend. Damit ist die Auftragslage in der Baubranche dennoch – gemessen an den vergangenen Jahren – nur unterdurchschnittlich. Betrachtet man aber einen Zeitraum von eineinhalb Jahrzehnten, so zeigt sich, dass die derzeitige Auftragssituation im Bauwesen im Vergleich nicht so schlecht abschneidet und deutlich besser liegt als in den Krisenjahren 1996 und 2002. Rund ein Viertel der Bauunternehmen meldet eine derzeit schlechte Geschäftslage. Das ist das Vierfache derer, die von einer guten Geschäftslage berichten. Allerdings überwogen seit 1996 nur ein einziges Mal – im Jahr 2006 – die positiven Meldungen die negativen. In ihren Erwartungen zeigen sich die Bauunternehmen weiterhin zurückhaltend. Tendenziell rechnen sie mit einer schwachen Entwicklung der Baupreise und der Beschäftigung. Auch im Hinblick auf die zukünftige Geschäftslage bleiben sie skeptisch.

Unternehmensnahe Dienstleistungen

Der Markt für unternehmensnahe Dienstleistungen hat sich ein wenig erholt. Die Nachfrage ist zuletzt etwas gestiegen und die Auftragslage hat sich seit dem Tiefpunkt im vergangenen Frühjahr ebenfalls verbessert: inzwischen verfügen wieder 64% der Unternehmen über ausreichende oder mehr als ausreichende Auftragsbestände. Die Auftragslage bleibt damit aber weiterhin deutlich unter dem Niveau der vergangenen Jahre. Die Erwartungen zur weiteren Nachfrageentwicklung haben sich zuletzt nicht weiter verbessert, sind aber per Saldo zuversichtlich. Auch die zukünftige Geschäftslage wird inzwischen von deutlich mehr Unternehmen positiv als negativ eingeschätzt. Die Beschäftigung in den kommenden Monaten schätzen die Unternehmen als stabil ein.

Vorprodukte

In den letzten Monaten gab es etwas mehr Unternehmen, die ihre Produktion steigern konnten, als jene, die Kürzungen vornahmen. Die Produktionstätigkeit scheint also langsam wieder in Schwung zu kommen. Dennoch bleibt die Auftragslage weiterhin schwach und verbessert sich sehr langsam. Auch die Kapazitätsauslastung hat sich seit ihrem Tiefstand im letzten Frühjahr (70%) deutlich erholt, bleibt aber mit derzeit 75% 6%-Punkte unter dem Fünfjahres-Durchschnitt. Mehr Unternehmen rechnen weiterhin mit sinkenden als steigenden Verkaufspreisen. Deutlich erhöht hat sich der Anteil von Firmen, die von stabilen Verkaufspreisen in nächster Zeit ausgehen (80%). Die Produktionserwartungen der Unternehmen haben seit dem letzten Winter stark zugelegt, sich in den letzten drei Monaten aber nicht weiter merklich verbessert. Sie pendeln per Saldo um die Nulllinie, d.h. der Anteil von Unternehmen, die Produktionsausweitungen erwarten, ist etwa gleich groß wie der Anteil an Firmen, die mit Produktionskürzungen rechnen. EIn ähnliches Bild zeigt sich bei den Erwartungen zur Geschäftslage – hier gibt es noch einen leichten Überhang der pessimistischen Stimmen gegenüber den optimistischen.

Kraftwagen und Kraftwagenteile

In den letzten Monaten hat die Produktion im Kfz-Sektor angezogen. Auch die Auftragslage verbessert sich zusehends, liegt aber nach wie vor auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Die Kapazitätsauslastung ist seit Herbst gestiegen, bleibt mit 70% aber die mit Abstand niedrigste in der gesamten Sachgütererzeugung. Die Erwartungen für die kommenden Monate fallen recht optimistisch aus. Jene Stimmen, die Produktionssteigerungen und eine Verbesserung der Geschäftslage erwarten, überwiegen die negativen Erwartungen. Anders sieht es aber bei den Verkaufspreisen aus. Hier gibt es noch einen Überhang an Unternehmen, die von sinkenden Preisen ausgehen. Allerdings ist das Ausmaß nicht außergewöhnlich für diese hochkompetitive Branche.

Investitionsgüter

Die Produktionstätigkeit hat sich im Investitionsgüterbereich in den letzten Monaten schwach entwickelt. Die Auftragsbestände werden zwar ein wenig besser beurteilt als im letzten Sommer, bleiben aber insgesamt sehr niedrig. Auch die Kapazitätsauslastung liegt mit 78% weiterhin deutlich unter dem branchenüblichen Niveau. Die Perspektiven für die kommenden Monaten hellen jedoch auf. Erstmals seit über einem Jahr ist der Anteil von Unternehmen, die Produktionskürzungen erwarten, soweit gesunken, dass er gleichauf mit der Anzahl von Unternehmen ist, die mit Produktionssteigerungen rechnen. Hinsichtlich der Geschäftslageentwicklung gibt es sogar erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren einen deutlichen Überhang der optimistischen Erwartungen gegenüber den pessimistischen.

Langlebige Konsumgüter

Die Produktionstätigkeit im Bereich der langlebigen Konsumgüter hat sich in den letzten Monaten weitgehend stabilisiert. Auftragsbestände und Kapazitätsauslastung (77%) bleiben jedoch sehr niedrig. Die Produktionserwartungen, welche zum Ende des vergangenen Jahres sehr optimistisch ausgefallen waren, konnten im Jänner ihr hohes Niveau nicht halten. Möglicherweise handelt es sich aber nur um einen einmaligen Rückgang. Die Erwartungen zukünftigen Geschäftslage haben bereits im vergangenen Herbst einen vorläufigen Höhepunkt erreicht und seither halten sich optimistische und pessimistische Erwartungen ungefähr die Waage. Dies lässt eine Stabilisierung der Lage in den kommenden Monaten erwarten.

Nahrungs- und Genussmittel

Die Produktionstätigkeit hat sich in der Nahrungs- und Genussmittelbranche in den letzten Monaten solide entwickelt. Die Auftragslage ist deutlich besser als in anderen Segmenten der Sachgütererzeugung, aber dennoch keineswegs außergewöhnlich gut. Die Kapazitätsauslastung liegt mit 77% leicht über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. In Bezug auf ihre Produktionstätigkeit erwarten die Unternehmen tendenziell durchaus ein positive Entwicklung in den kommenden Monaten. Allerdings stehen sie bei den Verkaufspreisen unter Druck. Dies führt dazu, dass die Unternehmen im Summe mit einer stagnierenden Entwicklung ihrer Geschäftslage rechnen.

Kurzlebige Konsumgüter

Die Produktionstätigkeit ist im Bereich der kurzlebigen Konsumgüter in den letzten Monaten leicht gestiegen. Auch die Kapazitätsauslastung stieg spürbar, sodass sie nun dem langfristigen Durchschnittswert der Branche entspricht. Die Auftragssituation hat sich im Laufe des vergangenen Jahres verbessert, stagniert seit dem Herbst aber auf unterdurchschnittlichem Niveau. Auf die Entwicklung der Produktion in den nächsten Monaten blicken die Unternehmen per Saldo durchaus zuversichtlich, erwarten sich allerdings gleichzeitig sinkende Verkaufspreise. In Summe rechnen sie in nächster Zeit mit einer gleich bleibenden Entwicklung ihrer Geschäftslage.

Hochbau

Nachdem sich die Auftragslage im vergangenen Sommer erholt hatte, stagniert sie nun seit Monaten auf einem – gemessen an den vergangenen Jahren – leicht unterdurchschnittlichen Niveau. Auch die Bautätigkeit hat sich in der letzten Zeit nur mäßig entwickelt. Für die Zukunft deuten die Erwartungen der Firmen keine Belebung der Baukonjunktur an. Die Erwartungen gehen von eher sinkenden Baupreisen und einer verhaltenen Entwicklung der Beschäftigung aus.

Tiefbau

Seit mehr als einem halben Jahr weist die Auftragslage der Tiefbauunternehmen ein fallende Tendenz auf und ist mittlerweile auf einem sehr niedrigen Stand angelangt. Parallel dazu melden die Unternehmen seit über einem Jahr Rückgänge in der Bautätigkeit. Die Erwartungen der Unternehmen zeigen, dass sie nicht mit einer Trendumkehr in den nächsten Monaten rechnen. So sehen sie die Entwicklung von Baupreisen und Beschäftigung deutlich pessimistischer als in früheren Jahren.

Vermietung beweglicher Sachen

Hier hat die Nachfrage in den letzten Monaten etwas angezogen und auch die Auftragssituation wurde insbesondere in den letzten beiden Monaten deutlich besser beurteilt als davor. Da die Ergebnisse in diesem Bereich aber große Schwankungen aufweisen, bleibt noch abzuwarten, ob sich die diese Entwicklung festigt. Positiv bemerkbar machen sich die zuversichtlichen Erwartungen zur weiteren Entwicklung der Geschäftslage. Auch die Nachfrageerwartungen waren in den vergangenen Monaten optimistisch, auch wenn sie in der jüngsten Erhebung wieder etwas gedämpfter waren.

Datenverarbeitung und Datenbanken (Software)

Die Nachfrage nach EDV-Dienstleistungen ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Dies macht sich auch bei der stark verbesserten Beurteilung der Auftragsbestände bemerkbar. Die in Summe deutlich optimistischen Erwartungen zur künftigen Entwicklung von Nachfrage und Geschäftslage zeigen, dass die Unternehmen auch für die kommenden Monate von einer guten Konjunktur ausgehen.

Forschung und Entwicklung

Auch die Nachfrage nach F&E-Dienstleistungen hat wieder zugelegt. In den Auftragsbüchern der Unternehmen spiegelt sich diese Entwicklung aktuell jedoch noch nicht wider. Die Erwartungen zeigen, dass die Unternehmen insgesamt mit weiteren Nachfragesteigerungen rechnen. Dennoch erwarten sie keine substanzielle Verbesserung ihrer Geschäftslage, sondern eine gleich bleibende Entwicklung.

Dienstleistungen für Unternehmen

Im Segment der Unternehmensdienstleistungen hat sich die Entwicklung der Nachfrage stabilisiert. Erstmals seit über einem Jahr berichteten in den letzten Monaten mehr Unternehmen von Nachfragesteigerungen als von Rückgängen. Der Überhang ist aber sehr klein – dementsprechend zeigt sich noch keine deutliche Verbesserung der Auftragssituation. Die Erwartungen zur Nachfrage- und Geschäftslageentwicklung haben sich zwar im letzten Sommer sprunghaft verbessert, konnten seit Herbst aber nicht mehr grundlegend zulegen. Ihr derzeitiges Niveau zeigt, dass die Unternehmen in moderatem Umfang mit Ausweitungen der Nachfrage und einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten rechnen.

Entsorgungsunternehmen

Die Entwicklung der Nachfrage in den vergangenen Monaten deutet auf eine derzeit nur mäßige Konjunktur in diesem Sektor hin. Auch die Beurteilung der Auftragslage, die sich zuletzt zwar verbessert hat, aber dennoch nur unterdurchschnittlich bleibt, bestätigt das. Die Ausblicke auf die zukünftige Entwicklung deuten aber an, dass die Unternehmen für die nächste Zeit mit einer moderaten Verbesserung der Konjunktur rechnen.

Transport

Die Nachfrage nach Transport- und Speditionsleistungen hat sich auch in den letzten Monaten schwach entwickelt, wenngleich der Rückgang nicht so ausgeprägt war wie im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres. Die Auftragslage wird von den Unternehmen als unverändert schlecht beschrieben. In ihren Erwartungen für die kommenden Monaten rechnen sie in Summe zwar kaum mehr mit weiteren Rückgängen oder Verschlechterungen, sehen aber auch keine Wende zum Besseren.

Reisebüros

Die Reisebüros berichten von einer zuletzt etwas gestärkten Nachfrage. Auch die Auftragslage scheint sich langsam zu erholen, ist aber von einer guten Auftragssituation noch weit entfernt. Die Erwartungen der Unternehmen, bezogen auf künftige Nachfrage und Geschäftslage, deuten auf eine geringe Dynamik in den kommenden Monaten und ein Fortbestehen der derzeitigen Wirtschaftslage in diesem Segment hin.

Gastronomie, Hotellerie

Im Bereich Hotellerie und Gastronomie hat sich die Nachfrage zuletzt nicht schlecht entwickelt. Die Unternehmen melden aber in großem Umfang auch keine Nachfragesteigerungen. Für die kommenden Monate deuten die Nachfrageerwartungen durchaus auf ein moderates Wachstum hin, welches allerdings spürbar unter dem Niveau der Jahre 2006 und 2007 liegen dürfte.