Europa > Europaweite Konjunkturtest-Indikatoren

Europa

März 2017: Wirtschaftsklima in der Eurozone und EU-weit unverändert

Im März setzt der von der Europäischen Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator (ESI), der das europäische Wirtschaftsklima anzeigt, seine zu Beginn des Jahres eingeschlagene Seitwärtsbewegung fort, sowohl in der Eurozone bei 107,9 Punkten (-0,1 Punkte) und EU-weit bei 109,1 Punkten (+0,2 Punkte). Zum dritten Monat in Folge bleibt der ESI damit praktisch unverändert.

Der ESI wird von der Europäischen Kommission aus den Vertrauensindikatoren der Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen und Verbraucher erstellt. Diese Vertrauensindikatoren wiederum basieren auf europaweit einheitlich durchgeführten Konjunkturbefragungen. Die österreichischen Daten für die Bereiche Sachgütererzeugung, Bauwesen und Dienstleistungen werden vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung im Rahmen des WIFO-Konjunkturtests erhoben.

Entwicklungen in der Eurozone

Die Stagnation des ESI in der Eurozone resultiert aus einem gegenüber Februar zwar optimistischeren Verbrauchervertrauen, das jedoch durch einen schwächeren Vertrauensindikator der Sachgütererzeugung aufgewogen wird. Die Vertrauensindikatoren im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft bleiben gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert.

In den fünf größten Volkswirtschaften der Eurozone steigt der ESI lediglich in Deutschland (+0,9 Punkte), während er in Italien (-0,1 Punkte) sowie den Niederlanden (+0,3 Punkte) nahezu unverändert bleibt und in Frankreich (-1,0 Punkte) und in Spanien (-1,8 Punkte) sinkt.

Der Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung (-0,1 Punkte) stagniert gegenüber dem Vormonat nicht nur insgesamt, sondern auch alle seine Teilindikatoren (Auftragsbestände, Fertigwarenlager sowie Produktionsaussichten) zeigen im Vergleich zum Februar praktisch keine Veränderung. Ähnlich stabil verhalten sich auch die Beurteilung der rezenten Produktionsentwicklung und der Exportauftragslage, die aber in die Berechnung des Vertrauensindikators der Sachgütererzeugung nicht einbezogen werden.

Der Rückgang des Vertrauensindikators des Dienstleistungssektors (-1,2 Punkte gegenüber Februar) ist auf vorsichtigere Beurteilungen in allen Bereichen des Indikators zurückzuführen (rezente Entwicklung der Nachfrage und der Geschäftslage sowie Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate).

Das Verbrauchervertrauens kann im März zulegen (+1,2 Punkte), basierend auf optimistischeren Einschätzungen zur generellen wirtschaftlichen Entwicklung, zur künftigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit und zur Möglichkeit, Ersparnisse zu bilden. Die künftige Entwicklung ihrer Finanzlage wird von den Haushalten im Vergleich zum Februar unverändert eingeschätzt.

Der gegenüber Februar unveränderte Vertrauensindikator im Einzelhandel (+0,0 Punkte) reflektiert einerseits eine positivere Beurteilung der Angemessenheit der aktuellen Warenlager wider, die jedoch vollständig durch eine negativere Beurteilung der rezenten Geschäftslageentwicklung und, im Speziellen, pessimistischeren Erwartungen zur zukünftigen Geschäftslageentwicklung, ausgeglichen werden.

Der Vertrauensindikator der Bauwirtschaft bleibt gemessen am Vormonat de facto unverändert (+0,2 Punkte). Hier heben sich eine verbesserte Beurteilung der Auftragslage und nach unten revidierte Beschäftigungspläne weitgehend gegenseitig auf.

Der Vertrauensindikator der Finanzdienstleister, der nicht für die Ermittlung des ESI herangezogen wird, steigt im März um +3,0 Punkte. Deutlich positivere Beurteilungen der rezenten Geschäftslageentwicklung, und im Speziellen, der Nachfrageerwartungen für die kommenden Monate, überstrahlen eine schwächere Beurteilung der rezenten Nachfrageentwicklung.

Die Beschäftigungspläne werden im März in der Sachgütererzeugung und im Dienstleistungsbereich leicht, in der Bauwirtschaft und im Einzelhandel deutlich, nach unten revidiert.

Die Erwartungen zur weiteren Entwicklung der Verkaufspreise ziehen in der Sachgütererzeugung an, während sie im Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft zum Februar weitgehend unverändert bleiben und im Einzelhandel nachlassen. Die Preiserwartungen der Verbraucher ziehen im März ebenfalls an.

EU-weite Entwicklungen

EU-weit bleibt der ESI (+0,2 Punkte) im März gegenüber dem Februar praktisch unverändert, obwohl sich der ESI in der größten EU-Volkswirtschaft außerhalb der Eurozone, dem Vereinigte Königreich, merklich verbessern kann (+0,8 Punkte). Dagegen bleibt der ESI in Polen, der zweitgrößten EU-Volkswirtschaft außerhalb der Eurozone, im Großen und Ganzen zum Vormonat unverändert (+0,3). Auf sektoraler Ebene bewegen sich der Vertrauensindikator der Sachgütererzeugung und das Verbrauchervertrauen im Gleichschritt mit der Eurozone, während in der Bauwirtschaft und im Dienstleistungsbereich eine im Vergleich zur Eurozone positivere Entwicklung zu beobachten ist. Der Rückgang des Vertrauensindikators des Dienstleistungssektors fällt in der Eurozone etwas milder aus als EU-weit, während die Entwicklung im Bereich der Finanzdienstleistungen in der Eurozone und der Gesamt-EU parallel verläuft.

Die Beschäftigungspläne entwickeln sich in der Gesamt-EU etwas besser als in der Eurozone. Sie bleiben in der Sachgütererzeugung und im Dienstleistungssektor gegenüber Februar praktisch unverändert, in der Bauwirtschaft können sie zulegen. Auch im Einzelhandel fällt der Rückgang der Beschäftigungspläne EU-weit weniger prononciert aus als in der Eurozone.

Im Kontrast zur Eurozone legen im März die Preiserwartungen EU-weit im Einzelhandel und in der Bauwirtschaft zu, während sie im Dienstleistungsbereich nachlassen. Die Preiserwartungen der Verbraucher bleiben gegenüber Februar EU-weit nahezu unverändert.